Corvette 1971 - mirko-schwäblein.de

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Die Corvette des Bademeisters...




... auch ein Bademeister kann ein ausgefallenes und kostenintensives Hobby besitzen. Dieser Bademeister hatte sich bei einem Amerikaurlaub in jenes Auto verliebt. Es hatte mehr als 2 Jahrzehnte in der Wüste von Nevada verbracht und wurde einmal pro Jahr nach Florida und zurück gegondelt. Es hatte nie jemals einen Tropfen Regenwasser abbekommen. Und auch in Deutschland, in Berlin blieb es die meiste Zeit vor den Blicken der Allgemeinheit in einer gut verschlossenen Tiefgarage verborgen. Alles war im absolutem Original-Zustand. Keine Baugruppe wurde jemals ausgewechselt. Man nennt diesen Zustand auch "Matching Numbers". Der Pflegezustand suchte seines Gleichen. Selbst die Radkästen waren schneeweiß.


Es kam der Tag, an dem der Bademeister noch vor dem Wintereinbruch eine Runde mit seinem Schmuckstück in Berlin drehen wollte. In erster Linie ging es ihm jedoch darum, das Fahrzeug mit randvollem Tank überwintern zu lassen. Die nächste Tankstelle war keine 100 Meter vom Winterquartier entfernt. Die beiden rechten und das linke Vorderrad waren bereits auf die Einfahrt der Tankstelle gelangt, als so ein halbstarker Schnösel mit seinem schrottreifen Opel Kadett auf der mehrspurigen Straße beim Lückenspringen zu weit nach recht zog, und dabei in die Corvette einrastete.









Von vorn war auf dem ersten Blick alles i.O.







...  Aber von hinten !!!

verheerender Treffer hinten links

Das Heck der Corvette ist nicht etwa der Kofferraum. Für Gepäck ist gerade mal hinter den Sitzen Platz für zwei Zahnbürsten.


Nein! - Im Heck der Corvette versteckt sich ein Tank mit den Ausmaßen einer mittleren Badewanne. Nicht umsonst ist jeder Corvette-Fahrer der beste Freund seines Tankwarts.
Bei geöffneter Tankklappe fällt ein deutlicher Versatz des Verschlusses auf.


Die Corvette hat keine freitragende Karosserie, wie moderne Autos. Sie hat einen Trapezrahmen auf dem die Aggregate drauf gebaut sind und über das Ganze wurde dann die Kunststoffkarosserie gestülpt.


Da die Kunststoffkarosserie auch nach einem Unfall wieder das Bestreben hat, elastisch sich zurück in ihre Ursprungsform zu bewegen, ist dieser Versatz ein sicheres Indiz dafür, dass der Rahmen sich verzogen haben muss.







Der Türspalt auf der Fahrerseite ist auch nicht als Herstellerzustand zu bezeichnen.







Ein Blick unter das Auto bestätigt die schlimmsten Erwartungen ...








Das Heckteil ist linksseitig gebrochen



... Nachdem sich der Bademeister von seinem Schreck erholt hatte, riet ihm ein Freund, auf gar keinen Fall einen Sachverständigen der Versicherung mit der Begutachtung des Schadens zu betrauen, und empfahl ihm, mich als freien Kfz-Sachverständigen damit zu beauftragen. Noch am selben Tag rief er mich an, worauf ich mich tags drauf auf den Weg machte.

Wieder zurück im Büro machte ich mich gleich an die Arbeit. Als erstes machte ich mich mit den Besonderheiten des Fahrzeuges vertraut. Nach meiner Recherche gab es in Deutschland zu diesem Zeitpunkt lediglich 2 Fahrzeuge in dieser Ausführung (Targa). Alle anderen waren Cabrios oder Coupe's.


Den Wiederbeschaffungswert bezifferte ich seinerzeit mit 69.000,-DM. Jetzt galt es eine lückenlose Reparaturkostenkalkulation zu entwickeln. Die Ersatzteile mit Preisen und Nummern habe ich bei mehreren US-Car - Händlern in Deutschland aber auch in Übersee erfragt. Zu letzteren habe ich mehrere Nachtschichten wegen der Zeitverschiebung einlegen müssen. Sehr Hilfreich war mir dabei das Internet. Mitte der neunziger Jahre hatte es sich noch nicht so weit durchgesetzt, aber ich war schon drin. Mit per email versendeten Fotos vom Schaden und Telefonaten in "a little bit broken english" habe ich die Ersatzteilliste bis zur letzten Schraube zusammen stellen können. Auch die Frachtkosten waren noch drin. Selbst die Mehrwertsteuern von Deutschland und USA, welche unterschiedlich sind, habe ich gegeneinander auf gerechnet. So konnte ich nach etwas mehr als zwei Wochen mein Gutachten fertig stellen und bei der Versicherung einreichen.

Erfahrungsgemäß lassen sich Versicherungen bei überdurchschnittlich höheren Schäden mit der Regulierung mehr Zeit. Schließlich müssen sich deren Fachleute erst einmal in die Thematik "hineinlesen" um alles zu verstehen. Ich bin daher auch nicht unruhig geworden, als sich über zwei Monate lang rein gar nichts gerührt hatte.


Eines schönen Vormittages jedoch klopfte es an meiner Bürotür. Ich öffnete und eine attraktive junge Frau stand mir gegenüber. "Ein neuer Auftrag!" dachte ich. Falsch gedacht ... Die junge Frau enttarnte sich als die Sachbearbeiterin der Versicherung, welche den Corvette - Schadenfall zu bearbeiten hatte. Jedenfalls bat ich sie herein. In dem kurzen Gespräch - sie hatte nicht einmal Zeit für eine Tasse Kaffee - erklärte sie mir, dass die von Ihr zur Prüfung beauftragten Sachverständigen alle samt keinen blassen Schimmer von amerikanischen Sportwagen haben, die Kalkulation und somit die Schadenhöhe an Hand meiner umfangreichen Quellenangaben zwar nachvollziehen können, jedoch nicht den geringsten Plan zum Wiederbeschaffungswert haben. Bei diesen Sachverständigen handelt es sich um jene Truppe, welche 1994 von der Ergo-Gruppe "freigesetzt" wurde und seit dem bis heute als Sachverständigen-GmbH bei der Versicherungswirtschaft um Gutachtenaufträge bemüht ist. Diese Organisation nennt sich selbst "CAREXPERT" ... Das ist einfach nur die englische Übersetzung der deutschen Berufsbezeichnung "Kfz-Sachverständiger".


Daraufhin machte ich mit ihr einen Exkurs in die virtuelle Welt des Internets, zeigte ihr ein paar Referenzfahrzeuge auf dem US-Amerikanischen Markt und erklärte ihr den Unterschied zwischen Matching Numbers Fahrzeugen und "zusammengewürfelten" Bastelautos. Dabei hörte und sah sie sehr interessiert zu, bedankte sich um gleich wieder zu ihrem Schadenbüro zurückzukehren.


Drei Tage später am Kontoauszugsdrucker die angenehme Überraschung: Meine Gutachtenrechnung wurde bezahlt. Wenig später rief der Bademeister an und bedankte sich für meine Arbeit. Die Reparaturkosten wurden entsprechend meines Gutachtens in voller Höhe erstattet.

Erfahrungsgemäß lassen sich Versicherungen bei überdurchschnittlich höheren Schäden mit der Regulierung mehr Zeit. Schließlich müssen sich deren Fachleute erst einmal in die Thematik "hineinlesen" um alles zu verstehen. Ich bin daher auch nicht unruhig geworden, als sich über zwei Monate lang rein gar nichts gerührt hatte.


Eines schönen Vormittages jedoch klopfte es an meiner Bürotür. Ich öffnete und eine attraktive junge Frau stand mir gegenüber. "Ein neuer Auftrag!" dachte ich. Falsch gedacht ... Die junge Frau enttarnte sich als die Sachbearbeiterin der Versicherung, welche den Corvette - Schadenfall zu bearbeiten hatte. Jedenfalls bat ich sie herein. In dem kurzen Gespräch - sie hatte nicht einmal Zeit für eine Tasse Kaffee - erklärte sie mir, dass die von Ihr zur Prüfung beauftragten Sachverständigen alle samt keinen blassen Schimmer von amerikanischen Sportwagen haben, die Kalkulation und somit die Schadenhöhe an Hand meiner umfangreichen Quellenangaben zwar nachvollziehen können, jedoch nicht den geringsten Plan zum Wiederbeschaffungswert haben. Bei diesen Sachverständigen handelt es sich um jene Truppe, welche 1994 von der Ergo-Gruppe "freigesetzt" wurde und seit dem bis heute als Sachverständigen-GmbH bei der Versicherungswirtschaft um Gutachtenaufträge bemüht ist. Diese Organisation nennt sich selbst "CAREXPERT" ... Das ist einfach nur die englische Übersetzung der deutschen Berufsbezeichnung "Kfz-Sachverständiger".


Daraufhin machte ich mit ihr einen Exkurs in die virtuelle Welt des Internets, zeigte ihr ein paar Referenzfahrzeuge auf dem US-Amerikanischen Markt und erklärte ihr den Unterschied zwischen Matching Numbers Fahrzeugen und "zusammengewürfelten" Bastelautos. Dabei hörte und sah sie sehr interessiert zu, bedankte sich um gleich wieder zu ihrem Schadenbüro zurückzukehren.


Drei Tage später am Kontoauszugsdrucker die angenehme Überraschung: Meine Gutachtenrechnung wurde bezahlt. Wenig später rief der Bademeister an und bedankte sich für meine Arbeit. Die Reparaturkosten wurden entsprechend meines Gutachtens in voller Höhe erstattet.