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Fehler 6.2: DEKRA auf Empfehlung

ich selbst kenne keinen Betroffenen, der - nachdem durch einen DEKRA-Gutachter sein Fahrzeug begutachtet wurde - hellauf von dessen Arbeit begeistert diesen Gutachter seinen Freunden oder Bekannten weiter empfehlen würde. Blos wer tut dieses? Meiner Meinung nach spielen da wirtschaftliche Interessen einzelner Werkstätten oder auch Abschleppdiensten eine Rolle, die den Wünschen der Kunden vorangestellt werden.


 

 

Es kam der Tag, an dem ein Rechtsanwalt mich beauftragte, für das Fahrzeug eines Mandanten eine Reparaturbestätigung auszustellen. Der Mandant war – wie bereits im Fehler 3 auf dieser Homepage ausführlich beschrieben – in der Werkstatt seines Vertrauens gewesen, welche ihm auf Grund des Schadenumfanges einen DEKRA-Gutachter an die Seite gestellt haben. Dieser hat das Auto regelrecht „beerdigt".


 

Mit der zur Verfügung stehenden Regulierungssumme war eine fachgerechte Reparatur natürlich ausgeschlossen. Das Autohaus, welches ihrem Kunden den DEKRA-SV empfohlen hatte, bot ihm zuerst an, eine neues Auto zu erwerben. Der Kunde ist aber mit seinem Auto vollends zufrieden und will kein neues. Außerdem ist er bereit Rentner und als solcher möchte man sich nicht wegen der Anschaffung eines Fahrzeuges noch verschulden müssen. Daraufhin bot ihm das Autohaus nun an, mit preiswertesten Mitteln eine provisorische Instandsetzung durchführen zu lassen. Darauf hatte dieser aber nun gar keine Lust. Auf Empfehlung brachte er sein Fahrzeug zu einem Könner seines Faches, einem Karosseriebau – Meister in der Nähe und ließ sein Fahrzeug wieder herrichten. Um eine Nutzungsentschädigung zu erhalten und um den von der Versicherung einbehaltenen Restwert zu erhalten, benötigte der Rechtsanwalt eine Reparaturbestätigung. Jetzt kam ich ins Spiel.


Für die Reparaturbestätigung fertigte ich diverse Fotos und verwendete ebenfalls Bilder, die vom Karosseriebaumeister während der Reparatur angefertigt wurden. Die verzogene Karosserie war wieder 100%-tig maßgenau. Lediglich für eine neue Heckklappe haben die finanziellen Mittel nicht mehr gereicht.



Ich überprüfte daraufhin auch noch das Gutachten … mit folgenden Ergebnissen:


Der DEKRA Gutachter ermittelte Reparaturkosten in Höhe von 5871,23 € (brutto) und stellte diese einem von ihm ermittelten Wiederbeschaffungswert von 4800,- € (brutto) gegenüber.



Für den Laien ist dieses ein klarer Fall von Totalschaden. Außerdem ermittelte der DEKRA-Gutachter einen Restwert in Höhe von 1870,- €. Im Totalschadenfall wird der Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes reguliert. Aber war es denn auch ein Totalschaden? Dem DEKRA-Gutachter war bekannt, dass der Halter sein Fahrzeug unbedingt behalten wollte und deshalb einen Reparaturauftrag ausgelöst hatte.



In diesem Fall ist zu prüfen, ob unter Ausnutzung der Opfergrenze doch eine Reparaturwürdigkeit vorliegt. Bei Ausnutzung der Opfergrenze dürfen die Bruttoreparaturkosten maximal 130% vom Wiederbeschaffungswert betragen. In diesem Fall wären das 6240,- €.und die vom DEKRA-Gutachter ermittelten 5871,23 liegen nun mal deutlich darunter. Stattdessen schreibt der DEKRA-Gutachten in seinem Schlusswort:



Um eines klar zu stellen: Die Wertung des Schadens obliegt dem Sachverständigen! Dafür ist er schließlich der Sachverständige. Stattdessen wird durch den DEKRA-SV diese Entscheidung, ob Totalschaden oder Reparaturschaden der Versicherung überlassen. Und diese entscheidet nun mal so, wie es für sie am Günstigsten ist. Das auch noch der Versicherungsnehmer – also der Unfallverursacher selbst – ein Wörtchen mitreden könne, könnte man als Enteignung bezeichnen. Befinden wir uns auf der Jagd, wo ein Kraftfahrer sein Unfallopfer „abschießt“ und sich das Fahrzeug am Ende aneignet, wie ein Jäger das von ihm erlegte Wild?


Am Ende hat der DEKRA-Gutachter seinem Gönner, der Werkstatt, die ihn empfohlen hatte, einen Bärendienst erwiesen, indem sie einen lukrativen Reparaturauftrag vernichtet hat.


Die in der Anlage verlinkten PDF-Dokumente wurden so anonymisiert, dass keine Rückschlüsse auf beteiligte Personen an diesem Fallbeispiel gezogen werden können.


DEKRA-Gutachten

Reparaturbestätigung mit Kommentar zum DEKRA GA

Der Verteiler ist natürlich auch interessant: Das Original-Gutachten, sofern heutzutage noch Papierexemplare ausgedruckt und per Post verschickt werden, bekommt immer der Auftraggeber und der leitet es an die Versicherung besser aber an seinen Anwalt weiter, damit dieser die Forderungen seines Mandanten beziffern kann.



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